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Kreuzgang der Heiligengeistkirche

Objektbezeichnung:Gemälde
Sachgruppe:Malerei
Künstler:
Lohse, Adolf Heinrich August
Datierung:1884
Maße:Bildmaße: H: 37 cm, B: 44 cm
Material:Karton
Technik:Öl
Adolf Lohse, bekannter Künstler Kieler Ansichten aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, greift mit der Darstellung des Kreuzgangs der Heiliggeistkirche bzw. der ehem. Fanziskanerklosterkirche einen verträumten Altstadtwinkel auf, der auch andere Maler der Zeit wie z. B. J. C. Wolters, Hinrich Wrage oder Friedrich Loos besonders reizte. Das Areal (an der später, 1881 angelegten Falckstraße) ist der Kern der Kieler Stadtgründung mit der von Stadtgründer Graf Adolf IV. von Schauenburg gestifteten Klosterkirche der Franziskaner, nach der Säkularisierung um 1550 in Heiligengeistkirche umbenannt. Die alten Klosterbauten, die sich nördlich der Kirche an einem Kreuzgang mit sog. Abtenhof entwickelten, dienten dann u. a. als Hospital für Arme und Kranke. Als die 1665 gegründete Christian-Albrechts-Universität hier ihr erstes Domizil erhielt, waren sie schon so baufällig, dass sie permanent zu Klagen Anlass gaben. Mit dem Umzug der Universität in den barocken Neubau (1766 von E. G. Sonnin) an der Kattenstraße gegenüber dem Schloss wurden die alten Klosterbauten dem Verfall überlassen - das, was von ihnen noch übrig war, nachdem sie als Steinbruch für den Neubau der Universität gedient hatten. Adolf Lohse zeigt in Nahsicht einen Ausschnitt - drei Achsen von fünf - des westlichen Teils des Kreuzgangs, der als einziger Flügel nach dem 1881 erfolgten Abbruch der Reste noch übrig geblieben war. Marode Holzbauten lehnen sich an den Kreuzgangsflügel, der mit einem roten Ziegeldach gedeckt ist. Es ist der Flügel, der heute noch steht, allerdings in restaurierter bzw. nach 1945 wiederaufgebauter Gestalt, und in dessen Innerem das historische, gewölbte Refektorium liegt. Auf Lohses Darstellung erscheint der zweigeschossige, aus Backstein errichtete Flügel, der mit kräftigen, vorspringenden Pfeilern gegliedert ist, mit dem offenen, gewölbten Kreuzgang im Erdgeschoss und dem geschlossenen, von unterschiedlichen Fenstern bzw. Luken geordneten Obergeschoss. Ein Baum, ein verlorenes Grün in diesen Ruinen, steht wie zum poetischen Trost rechts am Bildrand. Kurzum: Ein malerischer Komplex, der sich für spätromantische Attitüden in der realistischen Malerei in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts förmlich anpries, wie bei Lohse entsprechend visualisiert.

Literatur:
  • Führer durch die Historische Landeshalle für Schleswig-Holstein in Kiel, Kiel, 1913
  • Ahlmann, Ludwig: Der Kreuzgang bei der Heiligen-Geistkirche in Kiel, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, Heft 37, Kiel, 1934, S. 41-50
  • Dröse, Konrad: Die Kieler Stadtansichten 1585 - 1900, Kiel, 1954
  • Klose, Olaf / Richard Sedlmaier: Alt-Kiel und die Kieler Landschaft, Heide: Boyens & Co., 1962

Inventarnummer: H 159

Signatur: signiert und datiert (u. l.: A. Lohse 84)

Abbildungsrechte: Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek - Landesgeschichtliche Sammlung Landesgeschichtliche Sammlung


Ikonographie:     Außenbau einer Kirche     Kreuzgang (Kloster)     Ruinen     Universitätsgebäude     Abtei, Kloster, Konvent
Dargestellter Ort:Kiel