Objektbetegnelse:
Relief
Datering:
1984 - 1984
Mål:
H: 110,5 cm, B: 77 cm, T: 12 cm
Materiale:
Holz
Papier
Acryl
Teknik:
Objektkunst
Emnegruppe:
XVI. Malerei, Skulptur, Kunsthandwerk
1960er
Leverende institution:
Kunsthalle St. Annen
Zu den bedeutenden Vertretern der "Konkreten Kunst" in Deutschland gehört der Kieler Ulrich Behl. Wie diese beansprucht das Schaustück III nichts anderes darzustellen, als sich selbst. Es geht dabei um die absolute Klarheit der konkret gewordenen geometrischen Form, ohne dramatische, lyrische oder weiterführende inhaltliche Implikationen. Ziel des Künstlers ist die Sensibilisierung des Betrachters für das Phänomen des Lichts: "Vorrangiges Ziel meiner Arbeit ist die Sichtbarmachung des Lichtes. In Erweiterung der in Handzeichnung und Lithographie gegebenen Möglichkeiten handelt es sich bei meinen Objekten um hölzerne Konstruktionen, die durch ihre jeweilige Bespannung dem Licht "eine Falle" stellen, so daß es sich in unterschiedlicher Weise zeigen kann. Neben vielfältigen Strukturen geht es dabei immer auch um die Fläche und Raum, Schärfe (= Prägnanz) und Unschärfe (= Diffusität), vor allem jedoch um die Polarität von Opazität und Transparenz. Ich will nicht Abbilder schaffen oder Geschichten erzählen, sondern mit den Mitteln und Möglichkeiten der konkreten Kunst Aspekten der Phänomenologie nachgehen."1
Dem Relief liegen konstruktive Überlegungen zugrunde. Auf einer rechteckigen Platte wurden mittels Holzstegen die vielfachen Faltungen in serieller Reihung als streng logisches Trägerskelett aufgebracht und anschließend mit transparentem, monochromem Papier bespannt. Die Formen und die Bespannung ermöglichen es dem Licht nun, dieses entweder zu reflektieren oder aufgrund der Transparenz hindurch zuscheinen. Je nach Licht- oder Sonnenstand werden Veränderungen und Wandlungen des Reliefs wahrnehmbar, wobei die dem Relief zugrundeliegende Struktur im Wechsel mit dem Transparentpapier ein Spannungsverhältnis sowohl zwischen der weichen Modulierung und der harten, prägnanten Konstruktion, als auch zwischen dem Licht und dem Schatten erzeugt. Auf diese Weise gelingt es dem Künstler, den kontinuierlichen Fluß von Veränderung und Wechsel und damit das Phänomen des Zeitlichen gegenwärtig werden zu lassen.
Durch das Anbringen der auch aus praktischen Gründen notwendigen Plexiglashaube wird der Flächencharakter betont und eine Abgrenzung des Reliefs zum Umraum erzeugt. Das ist in sich schlüssig, da es hierbei nicht um die plastische Wirkung im Raum geht, sondern das Relief dem Betrachter als nur dem Auge zugängliches Seh-Stück entgegentritt, an dem man die Übergänge von Hell nach Dunkel und von Licht und Schatten nachvollziehen kann. Insofern läßt sich festhalten, daß das eigentliche Thema Behls die stringente Ordnung ist, die sich bei wechselnden (Licht-)Bedingungen kontinuierlich zu verändern vermag.
Th. R.
1 Ulrich Behl, zit. n.: Ausst. Kat. Ulrich Behl, Objekte - Zeichnungen - Graphik, Werkverzeichnis der Druckgraphik, Kunsthalle zu Kiel, Kiel, kein Erscheinungsjahr [1988], ohne Seitenangabe [S. 32]
Dem Relief liegen konstruktive Überlegungen zugrunde. Auf einer rechteckigen Platte wurden mittels Holzstegen die vielfachen Faltungen in serieller Reihung als streng logisches Trägerskelett aufgebracht und anschließend mit transparentem, monochromem Papier bespannt. Die Formen und die Bespannung ermöglichen es dem Licht nun, dieses entweder zu reflektieren oder aufgrund der Transparenz hindurch zuscheinen. Je nach Licht- oder Sonnenstand werden Veränderungen und Wandlungen des Reliefs wahrnehmbar, wobei die dem Relief zugrundeliegende Struktur im Wechsel mit dem Transparentpapier ein Spannungsverhältnis sowohl zwischen der weichen Modulierung und der harten, prägnanten Konstruktion, als auch zwischen dem Licht und dem Schatten erzeugt. Auf diese Weise gelingt es dem Künstler, den kontinuierlichen Fluß von Veränderung und Wechsel und damit das Phänomen des Zeitlichen gegenwärtig werden zu lassen.
Durch das Anbringen der auch aus praktischen Gründen notwendigen Plexiglashaube wird der Flächencharakter betont und eine Abgrenzung des Reliefs zum Umraum erzeugt. Das ist in sich schlüssig, da es hierbei nicht um die plastische Wirkung im Raum geht, sondern das Relief dem Betrachter als nur dem Auge zugängliches Seh-Stück entgegentritt, an dem man die Übergänge von Hell nach Dunkel und von Licht und Schatten nachvollziehen kann. Insofern läßt sich festhalten, daß das eigentliche Thema Behls die stringente Ordnung ist, die sich bei wechselnden (Licht-)Bedingungen kontinuierlich zu verändern vermag.
Th. R.
1 Ulrich Behl, zit. n.: Ausst. Kat. Ulrich Behl, Objekte - Zeichnungen - Graphik, Werkverzeichnis der Druckgraphik, Kunsthalle zu Kiel, Kiel, kein Erscheinungsjahr [1988], ohne Seitenangabe [S. 32]
Inventarnummer:
1986-189
Added to portal:
2026-02-10T07:17:59Z
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