Flacher Teller auf Standring mit abgeknickter, leicht ansteigende Fahne, weiß-bläuliche Zinnglasur auf Innen- und Außenseite. Die kobaltblaue Malerei erstreckt sich über die ganze Fläche der Schauseite, Spiegel und Fahne.
Schauseite:
Im Bildfeld sind zwei Männer mit bekleidet Hosen, Jacken, Hut und Schürzen damit beschäftigt, Fische in hölzerne Heringsfässer zu verpacken. Der rechts stehende Mann hinter einer Heringstonne, ist dem Betrachter zugewandt, er hält ein Bündel Heringe in seinen Händen, der linke lehnt sich leicht über die Tonne und ist schräg von hinten gesehen. Zwischen ihnen stehen zwei Fässer, ein Deckel ist angeleht. Weitere vier Fässer liegen in Seitenansicht verschlossen auf dem Erdboden. Rechts von ihnen am Ufer eine festgemachte Heringsbuise, am Heck die niederländische Flagge, links Bäume und im Hintergrund Häuser.
Am unteren Bildrand die Inschriftenkartusche, blau auf weißem Grund: "No 10.'t Verpacken van de Haring". (Das Verpacken der Heringe)
Die Darstellung gibt in sehr reduzierter und veränderter Form das Motiv der grafischen Vorlage wieder.
Rückseite:
Am Fahnenrand drei Abrißstellen von Brennhilfen, mittig auf dem Boden die Manufakturmarke, das hangemalte Zeichen eines Beils mit nach links gewendeter Klinge.
Der Teller gehört zu einer Serie von 12 Fayencetellern mit Darstellungen aus der historischen niederländischen Heringsfischerei, Nr. 5 fehlt.
Das Motiv entammt einer insgesamt 33 Blätter umfassenden Folge von Radierungen mit dem Titel "Grosse Vissery", erschienen etwa zwischen 1720 und 1730 im Verlag von Petrus Schenk in Amsterdam. Die Blätter sind gestochen von Adolf van der Laan (ca. 1690-1742), wohl im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts, nach Zeichnungen von Sieuwert van der Meulen (1698-1730) (Münzing, 1980-81).
Die Nummer verweist auf die Blatt-Nr. 13 der als Vorlage dienenden Druckgraphik (Radierung).
Das Titelblatt entspricht der Nr. 1 und trägt, neben Schiffen, Symbolen für den Handel und dem Wappen der niederländischen Stadt Hoorn, die Inschrift GROOTE VISSERY.